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Helly MösleinHelly Möslein, Bühnen- und Lebenspartnerin von Hermann Leopoldi wurde am 4. August 1914 in Wien geboren.

Bereits als kleines Mädchen wanderte Sie mit Ihren Eltern und ihrer Schwester nach Chicago aus. Die Familie fühlte sich in ihrer neuen Heimat sehr wohl, doch Helly hatte immer Heimweh nach Wien. Ihrer hübschen Stimme verdankte sie es, dass sie bereits mit 16 Jahren wieder in ihre Geburtsstadt zurückkehren konnte. Am Wiener Konservatorium studierte sie 4 Jahre Klavier und Gesang. Jung, talentiert und gut ausgebildet erhielt sie ihr erstes Engagement als Opernsoubrette in Troppau, welches sie jedoch auf Wunsch der Eltern nicht antreten durfte, da sich die politische Katastrophe in Europa bereits abzeichnete. Sie kehrte nach Amerika zurück – eine Entscheidung, die sie in ihrem späteren Leben oft hinterfragte.

Zurück in den Staaten arbeitete sie als Sängerin mit amerikanischem und österreichischem Repertoire. Mit dem ersten Preis beim alljährlichen Gesangswettbewerb der „Chicago Tribune“ machte sie erstmals in der Öffentlichkeit auf sich aufmerksam. Eine entscheidende Wende nahm ihr Leben jedoch, als das Schicksal sie im Jahr 1939 in New York die Wege von Hermann Leopoldi kreuzen ließ.

Leopoldi konnte der schönen Stimme und dem süßen Wiener Gsichterl nicht widerstehen, und bot ihr sofort an, unter seiner künstlerischen Leitung aufzutreten. So sangen und musizierten die beiden auf zwei Klavieren im Lokal „Alt Wien“, das bald ein Rendezvousplatz der großen Prominenz wurde.

Helly Möslein lehrte Hermann Leopoldi englische Lieder zu singen und langsam, aber sicher, spielten sich die beiden in das Amerikanische hinüber. Ihren ersten, großen, persönlichen Erfolg errang Helly Möslein mit der englischen Übersetzung des „Kleinen Café in Hernals“. Es folgten Engagements in den Catskills, der Sommerfrische der New Yorker Geschäftswelt und Auftritte in der Carnegie Hall und am Broadway. Ein Konzert in der Orchestra Hall in Chicago, einem der bedeutensten Konzertsäle Amerikas, wurde zu einem der größten Erfolge in Helly und Hermann Leopoldis Leben.

Obwohl Helly Möslein und Hermann Leopoldi in den Vereinigten Staaten eine zweite Heimat gefunden hatten, wurde die Sehnsucht nach dem mittlerweile befreiten Österreich immer größer. Eine Einladung der Regierung sowie viele Briefe von Künstlerfreunden u.a. Paul Hörbiger, Karl Farkas und Robert Stolz bewogen sie zurückzukehren. Im Sommer 1947 betraten die beiden wieder heimischen Boden.

Helly Möslein und Hermann Leopoldi wurden bei ihrem ersten Konzert im großen Saal des ausverkauften Wiener Konzerthauses stürmisch begrüßt. Es gab keinen Zweifel wie unvergessen und beliebt Hermann Leopoldi bei den Wienern war und immer noch ist. Das Künstlerpaar, der bezaubernde Wiener Meister-Kabarettist mit seiner charmanten Partnerin, kleidete, alles was die Menschen bewegte, in Liedform. Ob es sich nun um die Tagespolitik, Mode, Erfindungen, Berufe, die Liebe oder den Wein handelte, alles wurde aufs Korn genommen. Gemeinsam mit vielen hervorragenden Textern wurden die Melodien verarbeitet und von Helly Möslein und Hermann Leopoldi via Klavier und Gesang der Öffentlichkeit zu deren Gaudium weitergegeben. Nicht nur das heimische Publikum lag den beiden zu Füssen, ihre Auslandtourneen durch Deutschland, Holland und die Schweiz ließ sie die Herzen vieler neuer Fans erobern.

Am Gipfel ihres Ruhmes und ihrer Anerkennung erlag Hermann Leopoldi im Jahr 1959 einem Herzinfarkt und viele Jahre später im Sommer 1998 folgte ihm Helly Möslein. In einem Ehrengrab der Stadt Wien ist das kongeniale Paar wieder vereint und die ersten paar Takte und der Anfangstext ihres weltberühmten Liedes „In einem kleinen Café in Hernals“ klingen in die Ewigkeit hinein.

 
 

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